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Landhaus Christine
Dornburg - Eine keltische Stadt
Ausgrabungen im Jahre 1960 legten historische Funde frei, die beweisen, daß die Stadt über lange Zeit bewohnt war. Zum Schutz von
Gut und Leben war die Wohnstadt durch einen gewaltigen Ringwall nach allen Seiten geschützt. Möglicherweise war die Ansiedlung der
Mittelpunkt eines größeren Gaues, dessen Bewohner am Bau der Ringwälle beteiligt waren. Auf der riesigen Hochfläche der
Dornburg wurde bei Ausgrabungen im Jahre 1960 die größte keltische Stadtanlage der näheren Umgebung festgestellt.
Ausgrabungen auf der Dornburg
Das Plateau der Dornburg hat eine Länge von800 m und eine Breite von 500 m. Gegen die steilfallenden Nord -, Süd - und Ostseiten war es von einem Wall umgeben und gegen den Sattel, der das Plateau mit dem Gebirgsmassiv verbindet, durch einen hohen Steinwall geschützt. Im Volke ist dieser Steinwall als "Rödchesmauer" bekannt. Im Abstand von ca. 80 m ist ihr ein zweiter Wall vorgelagert, der sich in Südrichtung im "Felsenmeer" verliert. Der äußere Wall stammt aus der Zeit 400 v. Chr., die Rödchesmauer aus der Zeit des 1. Jahrhunderts v.Chr.
Bei Grabungen wurde festgestellt, daß die erste Mauer bis auf eine Steinlage am Boden eingeebnet wurde. Mit den abgebauten Steinmaterial baute man den zweiten Wall, bei dem auch Holz verwendet wurde. Der Ringwall und andere Anzeichen auf der Dornburg erinnern an keltische Städte in Frankreich wie sie Cäsar in seinem Buch "De bello gallico" beschrieben hat.
Die fast flache Hochebene der Dornburg, die sich geradezu für eine Besiedlung anbietet, läßt den Schluß zu, daß es sich nicht wie früher angenommen, um eine keltische Fliehburg handelte, sondern um eine stadtähnliche Anlage, deren keltische Besiedelung in das vierte und erste Jahrhundert vor Chr. datiert.
Auf der Dornburg wurde von den Kelten aber nicht nur Ackerbau betrieben, wie ein Depotfund am Fuße der Dornburg aussagt, in dem Ackergeräte sichergestellt wurden, sondern auch das Handwerk und die Schmiedekunst. Für die Anwesenheit ganzer Familien zeugen die vielen Spinnwirteln, Tontöpfe und Bruchstücke von Mühlsteinen aus Basaltlava.
Ungeklärt ist bis heute, wie die Wasserversorgung dieser Stadt funktionierte. Zisternen waren sicher vorhanden. Es ist aber auch möglich, daß eine Quelle am Hang Trinkwasser spendete.
Ausgrabungen im Jahr 1963 beweisen, daß im Mittelalter mehrere Bauerngehöfte und eine Kapelle auf der Dornburg bestanden haben. Die Kapelle stand in der Süd - Ost - Ecke des Plateaus. Es handelte sich um einen Saalbau mit eingezogenem Chor.
Der sog. Hildegardisbrunnen, ein trichterförmiges Loch, hat die Innenkante der West -, Nord - und Südmauer zerstört. Daraus ergibt sich, daß der Brunnen jünger ist als der Altar der Kapelle, was die örtliche Überlieferung, es handele sich um eine frühchristliche Taufanlage, widerlegt.
Sagen und Mythen um die Dornburg erhalten durch die Ausgrabungen der Kirche und des "Hildegardisbrunnens" neue Nahrung. Der Mythos leitet Dornburg von Donarburg = Thorburg ab. Der Volksmund berichtet von der Dornburgstadt, die ein jähes Ende durch Verrat gefunden habe.
Dornburg - ein Hochplateau und Naturschutzgebiet von ca. 300 m Durchmesser mit zwei, teilweise noch sichtbaren, Basaltbrocken - Ringwällen aus keltischer Zeit (ca. 300 v.Chr.). Fundstücke von kleinen Ausgrabungen befinden sich im Heimatmuseum. Reste einer heidnischen Kirche und eines Brunnens sind noch zu sehen. Eine ausführliche Hinweistafel, ebenso eine Tafel zur Geschichte und Besiedlung erläutern weitere interessante Einzelheiten.